Berufsausbildung
Berufsausbildung
Das Bildungsniveau in der Berufsausbildung sinkt, immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung und gleichzeitig steigen die Ansprüche und der Bedarf an qualifizierten Auszubildenden rasant an.
Um junge Menschen optimal auf die Herausforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten, dazu müsste im Elternhaus, aber vor allem in der Schule angefangen werden. Zu wenig reales Grundverständnis ist oft bei Schulabgängern vorhanden. Umso mehr Bedeutung kommen Berufsausbildung und stetiger beruflicher Weiterbildung zu. Denn feste Standardantworten und -lösungen sind in der Berufspraxis, die sich schnell wandelt, nicht möglich.
Noch viele Betriebe haben offene Ausbildungsstellen. Die CFL etwa sucht Auszubildende für die Zuginstandhaltung, Eisenbahnsignaltechnik oder Telekommunikation und bildet unter anderem zum Fachinformatiker, Elektroniker oder Mechatroniker aus.
Neben der schulischen Theorie ist es entscheidend, dass die Auszubildenden auch im Betrieb intensiv begleitet und unterstützt werden.
Besonders im handwerklichen Bereich ist es zunehmend schwierig, geeigneten Nachwuchs zu finden. Diese Berufe sind vielen Jugendlichen wenig bekannt und werden im schulischen Umfeld selten als attraktive oder zukunftsfähige Karrierewege präsentiert.“ Häufig würden sie als „letzte Option“ wahrgenommen, was zusätzlich zu einem negativen Image beitrage. „Dabei bieten gerade handwerkliche Tätigkeiten vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und sichern essenzielle Infrastrukturen – das wird jedoch in der öffentlichen Wahrnehmung oft unterschätzt.“
Denn gerade diese handwerklichen Ausbildungsberufe haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt und durch den technologischen Fortschritt und die zunehmende Digitalisierung modernisiert.
Die Berufsausbildung kann noch verbessert werden. In diesem Zusammenhang gibt es nach wie vor viel zu tun, insbesondere im Hinblick auf die schulischen Bildungsgänge. Das Niveau darf nicht weiter abgesenkt werden, nur um die jährlichen Abschlussstatistiken zu verbessern. Damit erweisen wir den Jugendlichen keinen Gefallen, denn sie haben später Schwierigkeiten, sich erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren.
Auch das Thema grenzüberschreitende Ausbildung ist wichtig.
Die Berufsausbildung wird von den Menschen noch zu oft unterschätzt, aber die Berufsausbildung bietet eine ganze Reihe an Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten. Es bleiben jedoch eine Reihe an Schwächen, die durch zeitnahe Maßnahmen beseitigt werden müssen.
Würde in ausgewählten Berufen in Zukunft Abiturienten die Möglichkeit geboten, sich nach dem Abitur im Rahmen einer Lehre handwerkliche Kompetenzen anzueignen, könnte das Handwerk motivierte und höher qualifizierte Leute gewinnen. Gleiches gelte für die neu geplante „Höhere Berufsbildung“, einer beruflichen Ausrichtung parallel zur akademischen Ausbildung.
Die Arbeitsagentur Adem hat eine Berufsberatung und ein Berufsinformationszentrum, die Jugendlichen auf dem Weg ins Berufsleben helfen. Laut Adem sind in folgenden Ausbildungsberufen die meisten Lehrstellenangebote bei der Berufsberatung gemeldet: Bürokaufmann/-frau, Friseur/Friseurin, Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel, Koch/Köchin, Krankenpflegerhelfer/-in.
Die Berufsberatung der Adem konnte über die letzten Jahre konsequent über 2.000 Kandidaten in eine Ausbildung vermitteln. Letztes Jahr haben zum ersten Mal mehr Kandidaten in der Erwachsenenausbildung (1.095) als Jugendliche in der Erstausbildung (1.014) einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen, wie die Arbeitsagentur mitteilt.
Ein Problem, das die Arbeitsagentur sieht: Viele Jugendliche, die wegen ihres Schulabschlusses nur für eine CCP-Ausbildung („Certificat de capacité professionnelle“) infrage kommen, etwa als Hilfskoch, Gebäudereiniger, Verkäufer oder Bauhelfer, finden keinen Ausbildungsplatz, weil es zu wenige davon gibt. Das stellt ein Problem für ihre berufliche Zukunft dar.
Ein anderes Problem, der Abbruch der Ausbildung. Es fängt bei der Orientation an – Schulabgänger haben keine genügenden Kenntnissen von dem, was in Betrieben gemacht wird. Verpflichtende Praktika im Rahmen der Schulbildung, die Schüler frühzeitig mit dem Handwerk in Kontakt brächte, könnten Abhilfe schaffen. Eine Überarbeitung des Orientierungsprozesses in Verbindung mit einem Beratungs- und Betreuungsansatz ist notwendig, um sicherzustellen, dass motivierte Schülerinnen und Schüler positiv – aufgrund Ihres Potenzials und Ihrer Talente – in die Berufsausbildung orientiert werden.
Ungefähr ein Drittel aller Ausbildungsverträge wird im Laufe der Ausbildung abgebrochen. Und nur einer von drei Auszubildenden, deren Ausbildungsvertrag frühzeitig aufgelöst wurde, schließt danach umgehend wieder einen neuen Ausbildungsvertrag mit einem anderen Ausbildungsbetrieb ab.
Als Gründe für Kündigungen eines Ausbildungsvertrages nennt die Adem: Die Auszubildenden erkennen, dass der Beruf nicht ihren Vorstellungen entspricht; Schwierigkeiten, die internen Regeln des Ausbildungsbetriebs einzuhalten wie zum Beispiel Pünktlichkeit sowie Schwierigkeiten, den schulischen oder den betrieblichen Anforderungen gerecht zu werden. Auch gesundheitliche Einschränkungen können vorkommen. Die ganzen Ausbildungen nützen den Betrieben allerdings nichts, wenn der Staat die Ausgebildeten abwirbt, was viele Unternehmen kritisieren. Da ein Unternehmen vorrangig ausbildet, um später über ausgebildetes und qualifiziertes Personal zu verfügen, plädieren wir für ein System, bei dem ein Akteur, wie etwa der Staat oder eine Gemeinde, einen Beitrag zu den Ausbildungskosten des Unternehmens leistet (eine „Ablösesumme“ sozusagen), wenn Lehrlinge nach Abschluss ihrer Ausbildung abgeworben werden.


